Erfahrungsbericht: Das Tablet im Schulalltag

von DrWindows
Veröffentlicht: 22.03.2016 11:08

Vor einiger Zeit las ich einen Artikel, in dem es um die Nutzung des Tablets in der Schule ging. Nach zweimonatiger Nutzung in der Schule möchte ich nun von meinen ersten Erfahrungen berichten.

Kurze Vorstellung: Ich bin Paul, Schüler eines technischen Gymnasiums (TG) in der 11. Klasse in Baden-Württemberg. In der neunten oder achten Klasse kam ich auf die Idee, das Tablet in der Schule zu benutzen. Ich ging in Köln in den Saturn und kam kurze Zeit später ernüchtert wieder heraus. Der Grund: Die Stifte funktionierten seinerzeit noch nicht so, wie ich es wollte, und die Bildschirme der damaligen Tablets waren auch noch nicht das Gelbe vom Ei.

 Meiner Meinung nach macht ein Tablet nur Sinn, wenn man darauf mit einem Stift schreiben und Skizzen zeichnen kann. Die Tastatur ist zu unhandlich und viel zu laut, wenn man sich in einem Klassenraum mit 25 oder mehr Schülern aufhält. Ein paar Jahre später war meiner Meinung nach die Technik weit genug. Ich wollte einen Versuch starten und fragte alle Lehrer, ob es für sie ok sei.

Ordner vs. Tablet

Viele Menschen sehen das Tablet in der Schule nur als eine Art Spielzeug und halten am Ordner fest. Dieser ist praktisch, alle Informationen sind an einem Ort eingeheftet. Mich nervte der Ordner immer, Hefte waren für mich auch nie eine Lösung, da man alle Blätter, die man bekam, immer einkleben musste. Und das waren sehr viele. Außerdem verbraucht man beim Einkleben die dreifache Menge Papier.

 Beim Ordner hat man das große Problem, dass er irgendwann ein paar Kilo wiegt. Des Weiteren lösen sich nach einiger Zeit die Blätter, da die Löcher ausfransen. Am Ende eines Schuljahres hat man einen großen Haufen Papiersalat.

 Das Tablet hingegen kennt Papier nicht. Alles kann hier chronologisch aufgeschrieben werden. Es gibt keine Zettel, die auf einmal herumfliegen, und das Beste: Es wiegt viel, viel weniger. Ein weiterer Vorteil: Wenn ich früher etwas falsch schrieb, strich ich es durch. Heute drehe ich den Stift um und "radiere" es weg. Meine Aufschriebe sind jetzt übersichtlicher.

  

Links Früher, rechts Heute: Leider noch kein Standard

Die Wahl des Tablets

Für mich kamen nur zwei Tablets in Frage. Das Apple iPad Pro oder das Surface Pro 4. Sie hatten meiner Meinung nach die beste Stifteingabe. Ich entschied mich für Letzteres. USB 3.0, microSD, Display Port und ein vollwertiges Betriebssystem waren die ausschlaggebenden Kriterien.

Mein neuer Schulalltag

Heute nehme ich nur noch mein Surface und die Bücher mit in die Schule, anstatt einer riesigen Tasche. In der Schule starte ich als erstes OneNote. Ich öffne mein Notizbuch namens "Schule" und dann in den jeweiligen Abschnitten die einzelnen Fächer. Hier gibt es auch schon einen weiteren Vorteil des Tablets: Man kann für jedes Fach nochmal Unterrubriken erstellen, sodass die einzelnen Themen extra aufgeteilt sind. 

 Vom Schreiben her gibt es keine Unterschiede zur herkömmlichen Art. Der Bildschirm ist glatter, dadurch rutscht man leichter. Nach ein paar Minuten hat man sich aber auch daran gewöhnt. Ich persönlich, als Linkshänder, finde es sogar sehr angenehm.

  

 

Anfangs machte ich mir die Mühe, die Kopien der Lehrer einzuscannen. Dann stellte ich aber fest, dass die Kamera zum Abfotografieren ausreicht. Das Blatt kann man dann in OneNote normal beschriften und markieren.

 Nach zwei Monaten muss ich feststellen, dass ich Papier nicht mehr vermisse! Alles kann ich mit dem Surface zuverlässig erledigen. Ich liebe die Tage, an denen ich nur mit dem Tablet in der Schule auftauche und die anderen ihre Taschen schleppen.

Tablets für alle!

Ich empfehle, mit dem Tablet in der Oberstufe zu arbeiten, in den Klassen darunter sehe ich die Gefahr, dass die Tablets schnell kaputt gehen.

 Ich würde mich freuen, wenn die ersten Schulen auf den Zug aufspringen würden und das Tablet als Ordnerersatz einführen würden. Wenn die Schulen für jeden Schüler Tablets anschaffen würden, könnte man eine Menge Geld bei den Kopierern und Kopien sparen. Auf die Computer-Räume könnte man über kurz oder lang verzichten.

 P.S.: Klassenarbeiten muss ich weiterhin auf Papier schreiben, mein Surface gebe ich nicht ab!

 

Mit freundlicher genehmigung von Dr. Windows 
Link zum Original: http://www.drwindows.de/content/9399-erfahrungsbericht-tablet-schulalltag.html

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